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Bisher ging es um den ökologischen/biologischen Landbau allgemein. In der heutigen Zeit beschäftigen sich immer weniger Menschen mit ihrer Ernährung, Frühstück auf dem Bahnhof, Mittagessen im Cafe um die Ecke und abends noch schnell eine Pizza ….

Auf der anderen Seite bekommen immer mehr Menschen Allergien oder sind zu dick. Auch hier ist der Zusammenhang unbestritten.

Deshalb sollten wir uns den Begriff für das was wie essen noch einmal genau ansehen:

Lebensmittel – Mittel zum Leben

Wie schon oben zum Thema ökologischer Landbau beschrieben, sind natürliche Prozesse immer im Gleichgewicht, so auch die Funktionen in unserem Körper. Ernähren wir uns über einen längeren Zeitraum nur von Chips und Cola, werden wir krank. Vielseitigkeit ist angesagt. Unser Körper braucht Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Eiweiß, Kohlenhydrate und ….

Ein ganz besonderes Lebensmittel ist die Bio Kartoffel, so einfach und doch so vielfältig. Als Wurfgeschoss sollte sie eher nicht verwendet werden, denn sie hat zweifelsfrei mehr zu bieten.

Um euch die Basics in Punkto Essen wieder näher zu bringen, wollen wir euch an dieser Stelle die Kartoffel etwas genauer vorstellen.

Die ist nicht nur stark, sondern auch noch super lecker

Ob gekocht, mit oder ohne Schale, gebraten, als Püree, als Suppe, als Salt, als Auflauf, süß oder salzig, aus Kartoffeln kann man alles machen. Nudeln unterscheiden sich nur durch die Form, der Geschmack oder die Farbe lässt sich nur durch Zusätze verändern. Ganz anders bei der Kartoffel.

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… mehr zur Vielfalt und Sorten

Zählt man die Wildsorten mit dazu, gibt es über 5000 Sorten, die teilweise sehr unterschiedlich schmecken. Auch die Farbe reicht von fast weiß über tiefgelb bis zu blauen und roten Knollen.

Für den Verkauf im Supermarkt gibt es allein ca. 150 Sorten. Ab Juli geht die Saison mit frühen Sorten, wie z.B. der Annabelle, los und endet im nächsten Jahr z.B. mit einer Belana. In Deutschland sind Kartoffelsorten im Trend, die festkochend und schön gelb sind. Kein anders Lebensmittel ist so vielseitig, ob für Suppe oder selbst gemachte Pommes, für Bratkartoffeln oder einen bunten Kartoffelsalt, es gibt für jedes Gericht eine passende Sorte.

Die Bio-Kartoffel is(s) t fit

Wer weiß schon, dass selbst gekochte Kartoffeln mehr Vitamin C, als Orangen haben. Das wussten früher schon die Seefahrer und haben deshalb viele Kartoffeln mit an Bord genommen.

… mehr zu dem was in der Kartoffel steckt

Aber die Kartoffel hat noch mehr zu bieten:

  • Wenig Kalorien – 100g 70kcl
  • Viel Vitamin C – 100g 10-13mg (viermal so viel wie Äpfel) der Tagesbedarf  liegt bei 60-75mg
  • Weitere Vitamine A, B1, B2, B3, B6 und Vitamin K
  • 2% hochwertiges Eiweiß
  • Mineralien wie Phosphor, Eisen und Magnesium

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Vegane Ernährung ist voll im Trend. Besonders wichtig ist hier das Eiweiß. Wer also auf tierischen Produkte verzichten möchte, muss auf eine Versorgung mit hochwertigem Eiweiß achten. In der Wertigkeit steht das Eiweiß der Kartoffeln gleich unter dem von einem Hühnerei, das mit 100% der besten Verwertbarkeit entspricht. Damit sind Kartoffeln gesünder als z.B. Rindfleisch. Und dann können wir auch gleich mit dem alten Gerücht aufräumen, dass Kartoffeln dick machen. Mit 0,1% Fett und nur 70Kcl pro 100g kannst du richtig viele Kartoffeln essen, ohne auch nur ein Gramm zuzunehmen. (Wer heute den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, braucht ca. 1500kcl am Tag, das heißt du kannst mehr als 2Kg Kartoffeln essen und ein kleiner Schokoriegel wäre auch noch drin)

Wenn du schon so viele Informationen gelesen hast, willst du bestimmt auch noch wissen, woher die Kartoffel kommt.

Das Ursprungsland der Kartoffel ist Peru.1570 brachten Seefahrer einige Knollen von ihren Reisen mit nach Europa. Doch es sollte noch fast 150 Jahre dauern, bis aus der exotischen Frucht ein richtiges Lebensmittel werden sollte.

Zuerst verwendete man die Blüten als Schmuck und probierte die kleinen grünen Früchte und die Blätter – Bauchschmerzen und Übelkeit waren die Folgen der Mahlzeit.

… mehr zur Geschichte und dem Siegeszug der tollen Knolle

Die eigentlichen Früchte unter der Erde fanden wenig Anklang. Somit hatte die Kartoffel einen schweren Start und wurde eher als Zierpflanze im Garten reicher Leute genutzt.

Zufällig entdeckte ein Bauer, als er das Kartoffelkraut verbrannte, dass sich die Knollen im Feuer veränderten. Zu seiner Überraschung schmeckte das Ergebnis sehr gut. Damit begann der Siegeszug der “tollen Knolle”.

Die Hungersnot im 30jährigen Krieg konnten die Menschen nur Dank der Kartoffel überleben.

Fritz

Aber erst Friedrich der Große verschaffte der Kartoffel mit einer List den Durchbruch in ganz Deutschland: Er ließ ein Kartoffelfeld von Soldaten bewachen, gab aber den Befehl,  mögliche Diebe nicht zu bestrafen. Das weckte die Neugier in der Bevölkerung, wenn etwas bewacht wird, so muss es auch wertvoll sein. Der Plan ging auf, bald waren Kartoffeln das Hauptnahrungsmittel.

Einen Höhepunkt erreichte der Kartoffelkonsum Mitte des 19. Jahrhunderts mit einem Jahresverbrauch von 285 kg pro Person, vom Säugling bis zum Greis.

Das hat sich seither grundlegend verändert: 2012 stieg der Verbrauch zwar von 56,8 kg auf 65,7 kg, aber nur die Hälfte davon werden als frische Kartoffeln gegessen, die andere Hälfte sind Chips, Pommes und andere Fertigprodukte. Im letzten Jahr ist der Verbrauch sogar wieder unter 60Kg pro Person gesunken.